Mittwoch, 30. Juni 2010

Bundespräsidentenwahl 2010 - Wulff scheitert im ersten Wahlgang, Gauck erhält mehr Stimmen als erwartet

BERLIN - JUNE 30: German Chancellor and head of the German Christian Democrats (CDU) Angela Merkel (L) and presidential candidate Christian Wulff (R) attend the election of a new German president by the Federal Assembly on June 30, 2010 in Berlin, Germany. The Federal Assembly, which is comprised of Bundestag parliamentarians and other nationwide delegates, will choose a new president following the unexpected resignation of German President Horst Koehler at the end of May. The two main candidates are Wulff, the official candidate of the ruling German government coalition, the Christian Democrats (CDU) and Free Democrats (FDP), and Joachim Gauck, who has the backing of the German Social Democrats (SPD) and the German Greens party. (Photo by Andreas Rentz/Getty Images)30 Tage nach dem Rücktritt von Horst Köhler treten heute die Wahlleute in der Bundesversammlung an die Wahlurne. Kanzlerin Angela Merkel und Kandidat Christian Wulff waren sich im Vorfeld sicher, die Wahl wird im ersten Wahlgang entschieden. Hier wäre zwar eine absolute Mehrheit notwendig, aber mit 644 eigenen Wahlleuten schien das Ergebnis sicher. Zur absoluten Mehrheit würden nur 623 Stimmen benötigt werden.

Doch der erste Wahlgang sorgte für eine Schlappe für Merkel und ihre CDU. Christian Wulff erhielt nur 600 der abgegebenen Stimmen und damit keine absolute Mehrheit. Joachim Gauck, Kandidat der SPD und der Grünen konnte 499 Stimmen auf sich verbuchen, und das obwohl er nur 460 "eigene" Wahlleute im Berliner Reichstagsgebäude an der Urne hatte.

Luc Jochimsen, die Kandidatin der Linken erhielt 126 Stimmen, der NPD Kandidat Rennicke kam auf genau die 3 Stimmen die auch von der NPD abgegeben werden konnten. Damit ist ein zweiter Wahlgang erforderlich, der aktuell läuft. Auch hier ist noch eine absolute Mehrheit erforderlich, bevor im eventuellen dritten Wahlgang eine einfache Mehrheit ausreichen würde.

Ob die Wahlleute in der ersten Runde nur ihren Unmut über Angela Merkel zur Schau stellen wollten und nach diesem Denkzettel jetzt nach Parteivorgaben abstimmen werden, oder ob sich hier tatsächlich eine Sensation anbahnt, dass wird Deutschland spätestens nach dem dritten Wahlgang erfahren. upset News wird im Laufe des Tages weiter über die Wahl des Bundespräsidenten in Berlin berichten.

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