Dienstag, 27. Juli 2010

Deutsch soll als Staatssprache im Grundgesetz verankert werden

Bundestagspräsident Norbert Lammert will Deutsch als Staatssprache in der Verfassung verankern. "Für die Kultur und das Selbstverständnis eines Landes gibt es keinen wichtigeren Faktor als die Sprache", sagte der CDU-Politiker dem "General-Anzeiger". "Die Sprache ist noch wichtiger als die Festlegung auf Berlin als Hauptstadt und auf Schwarz-Rot-Gold als die Landesfarben.

Beides wird vom Grundgesetz geregelt, die Sprache leider nicht", sagte Lammert. Bereits auf ihrem Bundesparteitag 2008 in Stuttgart hatte die CDU entschieden, dass ein Bekenntnis zur deutschen Sprache ins Grundgesetz aufgenommen werden soll. "Im Unterschied zu manchen geradezu banalen Grundgesetzänderungen", so Lammert, "hat sich dafür bislang keine ausreichende Mehrheit gefunden."

Für eine Änderung des Grundgesetzes ist in Deutschland eine Zwei-Drittel-Mehrheit in Bundestag und Bundesrat nötig. Von den 27 Mitgliedstaaten der EU haben 17 ihre Landessprache in der jeweiligen Verfassung festgeschrieben.

Lammert befürchtet darüber hinaus nicht, dass die deutsche Sprache durch den immer stärkeren Gebrauch von Anglizismen ernsthaft bedroht ist. "Richtig ist allerdings, dass viele - ich schließe mich da ein - der ausufernde Gebrauch von Anglizismen stört. Eine Schlagzeile wird als `headline` nicht aufregender und ein Treffpunkt ist als `meeting point` nicht leichter zu finden." Der Bundestagspräsident wirbt dabei "für einen zurückhaltenden Einsatz von Anglizismen und für mehr Selbstbewusstsein, was den Gebrauch unserer Landessprache angeht."

Newsquelle: dts Nachrichtenagentur
Bild: Norbert Lammert (CDU) (Foto: Deutscher Bundestag / Lichtblick / Achim Melde, über dts Nachrichtenagentur)


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