Donnerstag, 15. Juli 2010

Deutsche Bahn weist Schuld an Hitzeproblemen zurück

Die Deutsche Bahn will nach den Hitzeproblemen in ihrer ICE 2-Flotte keine systematischen technischen Fehler oder Wartungsmängel bei den Klimaanlagen festgestellt haben. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag in Berlin mit. Die Wartungen seien "gemäß dem geltenden Regelwerk und den Empfehlungen der Hersteller" durchgeführt worden, hieß es in einer Stellungnahme der Bahn.

Das Unternehmen wolle jedoch im Rahmen der regelmäßigen Wartung ab sofort besonders prüfen, dass die Leistungsfähigkeit der Kühlsysteme sichergestellt ist. Seit dem Wochenende hatte es in rund 40 Zügen Probleme mit den Klimaanlagen gegeben (wir berichteten). In Bielefeld waren am vergangenen Samstag 44 Passagiere kollabiert, mehrere mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Die Bahn macht den Klimawandel für das Versagen der Klimaanlagen in den ICE-Zügen verantwortlich. "Zum Zeitpunkt der Planung dieser ICEs ist niemand davon ausgegangen, dass wir einmal Temperaturen von mehr als 35 Grad in Deutschland haben würden", sagte Georg Brunnhuber, Sonderbeauftragter des Bahn-Vorstandschefs Rüdiger Grube, der Onlineausgabe des Magazins "Stern". Der Hersteller Siemens habe zusammen mit Bombardier die europäische DIN-Norm für Klimaanlagen bis maximal 35 Grad beachtet. "Bis zu dieser Temperatur funktioniert die Technik auch. Wenn weiterhin so heiße Sommer möglich sind, dann wird man in Zukunft die spanische DIN-Norm beachten müssen, die als einzige in Europa Temperaturen bis 40 Grad berücksichtigt", sagte Brunnhuber.

Im Rahmen einer Komplettsanierung der ICEs solle jetzt nachgebessert werden, so der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete, der den Bahn-Chef seit Anfang dieses Monats berät. Man werde versuchen, die Klimatechnik auf derart hohe Temperaturen nachzurüsten. "Die Wartung der Klimaanlagen ist absolut korrekt durchgeführt worden. Da wurde nicht gemauschelt bei den Zeitabständen", wies Brunnhuber Vorwürfe zurück, die Bahn habe bei der Wartung der ICEs aus Spargründen geschlampt.

Experten warnen Senioren und Kinder


Der Arbeitsmediziner und Hitzeexperte Hanns-Christian Gunga von der Berliner Charité hat vor Fahrten in überhitzten Zügen gewarnt. "Wenn ein Zug nicht ausreichend klimatisiert ist, muss man gefährdeten Personen, also Senioren, Kindern und Herz-Kreislauf-Patienten von der Reise abraten", sagte der Mediziner dem "Tagesspiegel" (Freitagsausgabe).

Gunga forscht daran, wie Menschen mit ungewöhnlichen Umweltbedingungen wie extremer Hitze oder Kälte zurechtkommen. So spiele nicht nur die Höhe der Temperatur eine Rolle, sondern auch, "wie lange der Mensch der Hitze ausgesetzt ist - und das sind in einem ICE in der Regel mehrere Stunden". Wer die geplante Reise unbedingt antreten müsse, sollte ausreichend Flüssigkeit mitnehmen, um einen Hitzekollaps oder gar Hitzeschock zu vermeiden. "Mit einem Liter pro Stunde ist man auf der sicheren Seite", sagt Gunga.

Newsquelle: dts Nachrichtenagentur
Bild: Reisende am Frankfurter Bahnhof (Foto: DB AG/ Max Lautenschläger, über dts Nachrichtenagentur)


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