Dienstag, 27. Juli 2010

Duisburger Oberbürgermeister Sauerland bestreitet Warnungen

Duisburg mayor Adolf Sauerland (R) and Love Parade 2010 organizer Rainer Schaller attend a news conference in the town hall of the western German city of Duisburg July 25, 2010. At least 19 people were killed and some 80 people were seriously injured in a stampede at the Love Parade techno music festival in the western German city on Saturday, after overcrowding at an entrance gate sparked a stampede, police said. REUTERS/Wolfgang Rattay  (GERMANY - Tags: DISASTER)Der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland hat nach eigenen Angaben vor der Loveparade keine Kenntnis von Sicherheitsbedenken bei der Veranstaltung gehabt. "Mir sind keine Warnungen bekannt", sagte er der "Rheinischen Post" (Dienstagausgabe). Es gebe bei der Planung solcher Veranstaltungen immer kritische Stimmen, so der CDU-Politiker, die man auch immer sehr ernst nehme. Aufgabe der Stadt sei es zu prüfen, ob beantragte Veranstaltungen durchgeführt werden könnten. "Und genau das", so Sauerland, "haben wir auch in diesem Fall gewissenhaft getan."

Am Nachmittag hatte Sauerland einen Rücktritt "zum jetzigen Zeitpunkt" abgelehnt. "Ich werde mich dieser Frage stellen. Doch heute und in den nächsten Tagen muss es darum gehen, die schrecklichen Ereignisse aufzuarbeiten und die vielen Puzzleteile zu einem Gesamtbild zusammenzufügen", schrieb Sauerland in einer mit Spannung erwarteten Erklärung am Montagnachmittag.

Er habe der Verwaltung bereits am Sonntagnachmittag "eine Reihe von Fragen vorgelegt, die schnellstmöglich zu beantworten sein werden". Wenn sich die Stadt etwas vorzuwerfen habe, dann werde sie Verantwortung übernehmen. Eine eigens einberufene Verwaltungsvorstandskonferenz soll die Aufarbeitung des Unglücks begleiten. "Die Frage, ob wir uns etwas vorzuwerfen haben, beschäftigt mich ganz persönlich, lässt mich nicht ruhen. Die in diesem Zusammenhang genannte Forderung nach einem Rücktritt als Oberbürgermeister Duisburgs kann ich nachvollziehen. Und dennoch müssen wir uns die Zeit nehmen dürfen, zunächst die schrecklichen Geschehnisse aufzuarbeiten", schreibt Sauerland weiter.

Den Angehörigen der Verstorbenen drückte er sein Beileid aus: "Es tut mir unendlich leid. Ihr Schmerz ist nicht teilbar. Ich weiß, dass Sie von mir Antworten erwarten. Ich kann Ihnen diese heute nicht geben. Aber ich werde Ihnen diese geben, sobald sie vorliegen. Die Stadt trauert mit Ihnen, auch ich ganz persönlich. Ich bin in Gedanken bei Ihnen."

Bei der Loveparade in Duisburg war am Wochenende eine Massenpanik vor einem Zugangstunnel zum Festgelände ausgebrochen. 20 Besucher im Alter von 18 bis 38 Jahren kamen dabei ums Leben, 511 weitere wurden verletzt. Nach dem Unglück war scharfe Kritik an den Organisatoren und der Planung des Festes laut geworden. Die Veranstalter kündigten indes an, es sei die letzte Loveparade gewesen.

Newsquelle: dts Nachrichtenagentur

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