Mittwoch, 4. August 2010

Kampusch-Entführer Priklopil gab seine „krumme Nase“ als Motiv an

Die "krumme Nase" von Kampusch-Entführer Wolfgang Priklopil soll angeblich die ursprüngliche Ursache für die jahrelange Entführung gewesen sein. Das geht zumindest aus dem Vernehmungsprotokoll vom November 2009 mit Priklopils Freund Ernst H. hervor, aus dem das Wochenmagazin "News" in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe zitiert.

"Wolfi hat mir berichtet, dass er schon von Jugend an sehr unglücklich gewesen ist, weil er es niemals schaffte, eine Frau dazu zu bringen, sich in ihn zu verlieben", soll der Freund ausgesagt haben. Priklopil habe seine krumme Nase als Ursache dafür ausgemacht. 1987 soll er sogar darüber nachgedacht haben, zu einem Schönheitschirurgen zu gehen.

"Nach Abwägen der Für und Wider ist Wolfi schlussendlich zu der Ansicht gelangt, dass es aus Kostengründen und der 'Wahrscheinlichkeitsberechnung entsprechend' - denn selbst die schönste Nase hätte ihm ja keine Garantie gebracht, eine Partnerin zu kriegen - vermutlich besser wäre, diese Ausgaben in den Bau eines Bunkers zu investieren. Und ein 'weibliches Wesen' zu entführen, mit dem er seine erste ernsthafte Beziehung eingehen wollte", zitiert "News" weiter aus dem Vernehmungsprotokoll von Ernst H..

Das Opfer habe demnach "unberührt" sein müssen, darum sei die Wahl auf ein Kind gefallen. Die damals zehnjährige Natascha Kampusch war 1998 vom Nachrichtentechniker Priklopil in Wien entführt und länger als acht Jahre in seinem Haus in Strasshof bei Wien gefangen gehalten worden. 2006 konnte Kampusch im Alter von 18 Jahren fliehen. Priklopil nahm sich daraufhin das Leben.

Newsquelle: dts Nachrichtenagentur

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