Samstag, 6. November 2010

Superschneller Arbeitsspeicher bringt meist keine spürbaren Vorteile

Wer viel Geld in einen schnellen Prozessor für seinen PC investiert hat, der will die kostbare Rechenleistung nicht an zu langsame Speicherriegel wieder verlieren. Da greift man dann auch schon mal zum teuren Spezial-RAM für Übertakter, um auf der sicheren Seite zu liegen - unnötigerweise, wie ein Test des Computermagazins c't in der aktuellen Ausgabe 24/10 zeigt.

Handelsüblicher Arbeitsspeicher mit vier Gigabyte kostet derzeit rund 80 Euro. Vermeintlich superschnelle RAM-Riegel schlagen hingegen mit rund 200 Euro zu Buche. Obwohl die Hersteller mit Superlativen und Übertaktungsrekorden werben, zeigt der c't-Test bei alltäglichen Anwendungen bis hin zum Videoschnitt kaum wahrnehmbare Geschwindigkeitsvorteile. Selbst bei Hardwarehungrigen Spielen konnte die Redaktion im besten Falle einen Performance-Gewinn von rund 19 Prozent messen.

"Bei alltäglicher Arbeit am PC nimmt man selbst Unterschiede in der Größenordnung von 20 Prozent kaum wahr", erklärt Benjamin Benz. Tatsächliche Vorteile kann man bei wenigen, zumeist wissenschaftlichen Simulationen feststellen. Wer sich dennoch für den teuren Arbeitsspeicher entscheidet, sollte möglichst baugleiche Riegel kaufen, damit sich die einzelnen Module nicht gegenseitig in die Quere kommen.

Außerdem funktionieren auch die sehr teuren RAM-Module nicht zwangsläufig einwandfrei in Kombination mit jedem Mainboard. Wenn Probleme auftauchen, machen sie sich beispielsweise durch störende Abstürze bemerkbar - in diesem Fall sollte man besser seine alten Speicherriegel wieder einsetzen oder andere kaufen. Welche Riegel zu welchen Mainboards passen, haben die Hersteller auf ihren Webseiten dokumentiert.

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