Donnerstag, 10. Februar 2011

Schüsse auf SOS Kinderdorf Malakal im Süd-Sudan

Während sich der Süd-Sudan auf dem Weg in die Unabhängigkeit befindet, sind in der Stadt Malakal erneut Kämpfe aufgeflammt. Bei Feuergefechten zwischen Milizen und Soldaten sollen 50 Menschen getötet worden sein. Über 150 Familien suchten im SOS-Kinderdorf Malakal Schutz.

Im Sudan tobte bis 2005 ein jahrzehntelanger Bürgerkrieg. Im Januar 2011 fand ein Referendum statt, bei dem die überwältigende Mehrheit (98,8 Prozent) der Süd-Sudanesen für die Unabhängigkeit stimmte. Das offizielle Endergebnis wurde am Montag offiziell bekannt gegeben. Gleichzeitig akzeptierte der sudanesische Präsident Umar al-Baschir die Unabhängigkeit des Südens.

Zugleich flammte aber im süd-sudanesischen Malakal die Gewalt erneut auf. In der Umgebung des SOS-Kinderdorfs waren Schüsse zu hören. Ein Panzer feuerte eine Granate in ein benachbartes Haus, die Explosion führte im Kinderdorf zu leichten Schäden. Eine verirrte Kugel traf zudem ein Haus, in dem SOS-Jugendliche leben. Mehr als 150 Familien aus der Umgebung suchten im SOS-Kinderdorf Schutz, da es von beiden kämpfenden Seiten respektiert wird und auch in der Vergangenheit von der Gewalt verschont geblieben war.

Unterdessen ist die Versorgungslage in Malakal kritisch. Die Märkte sind geschlossen und es gibt keinen Strom mehr. Das Kinderdorf verfügt jedoch über einen Notstromgenerator und Vorräte. Um zusätzlich auch die Flüchtlingsfamilien zu versorgen, wird das SOS-Büro in Khartum einen Lebensmitteltransport nach Malakal schicken.

Das SOS-Kinderdorf Malkal besteht seit 2002. Derzeit leben dort 103 Mädchen und Jungen. Bereits 2006 und 2009, als in Malakal und Umgebung ebenfalls Kämpfe tobten, hatte das Dorf Tausenden Kindern und Familien Schutz geboten.

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