Sonntag, 8. Mai 2011

Gefährliche Falschberatung durch Apotheken bei Heuschnupfen

Wer mit Heuschnupfen-Symptomen in die Apotheke geht, wird häufig falsch beraten. Weniger als die Hälfte der Apotheken haben den in diesem Fall dringend notwendigen Arztbesuch empfohlen. Das haben Recherchen des NDR Verbraucher- und Wirtschaftsmagazins "Markt" (Sendung: Montag, 9. Mai, 20.15 Uhr, NDR Fernsehen) ergeben. Darüber hinaus empfehlen Apotheken sehr unterschiedliche Medikamente, auch die Preise schwanken beachtlich. Ärzte und Verbraucherschützer zeigen sich aufgrund dieser Ergebnisse besorgt.

"Markt" hat in einer Stichprobe niedergelassene Apotheken aufgesucht und immer dieselben Heuschnupf-Beschwerden geschildert: juckende Augen, laufende Nase, Reizhusten. Nach Meinung des Deutschen Allergie- und Asthmabundes sollten die Apotheker diesen Kunden einen Arztbesuch empfehlen. Denn hinter dem Reizhusten könnte ein beginnendes Asthma stecken. Doch nur 40 Prozent der Apotheken empfahlen dem Testkunden einen Arztbesuch. "Das ist besorgniserregend, wenn Apothekerinnen und Apotheker Patienten nicht richtig aufklären", so Ursula Wens von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Auf Anfrage von "Markt" hat die Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände zu den Ergebnissen des "Markt"-Tests keine Stellung genommen.

Statt einer guten Beratung verkauften die Apotheken dagegen reichlich Medikamente. Dabei empfahl jede Apotheke in der "Markt"-Stichprobe etwas anderes. Mal Nasenspray, mal Augentropfen, dazu Tabletten oder Lutschpastillen. "Diese Lutschtabletten, die man bei Erkältungen mit hustenstillender Wirkung einsetzt, davon würde ich keinen Nutzen erwarten. Der Husten ist Ausdruck einer allergischen Reaktion der tiefen Atemwege. Und das kann natürlich auch gefährlich werden", warnt Dr. Kristine Breuer, Allergologin im Dermatologikum Hamburg. Der Rat der Medizinerin: Bei Reizhusten unbedingt ein Arztbesuch. Bei sonst starken Beschwerden ein cortisonhaltiges Nasenspray und Antihistamin-Tabletten. Diese Empfehlung gab jedoch nur eine getestete Apotheke.

Und noch ein Ergebnis der "Markt"-Stichprobe: Die Preise der frei verkäuflichen Medikamente in Apotheken schwanken beträchtlich. Bis zu fünf Euro Preisunterschied gibt es für das gleiche Medikament.

Foto von Robin Zebrowski

Dieser Beitrag Gefährliche Falschberatung durch Apotheken bei Heuschnupfen wurde am Sonntag, 8. Mai 2011 in den Kategorien auf upset News veröffentlicht. Wenn Du zu allen Themen auf upset News aktuell informiert sein möchtest, dann kannst Du unseren RSS News-Feed abonnieren oder bzw. und uns auf Facebook oder google+ folgen.

Deine Meinung oder Deine Erfahrungen zum Thema „Gefährliche Falschberatung durch Apotheken bei Heuschnupfen“ kannst Du gerne in die Kommentare schreiben (möglich mit einem Facebook, Hotmail, AOL oder Yahoo-Account) und wenn Dir upset News gefällt, dann sag das doch bitte Deinen Freunden bei Twitter, Facebook oder anderen sozialen Netzwerken.